Ein paar Worte über schwarzen Schamanismus

14.09.2026

Schwarzer Schamanismus mag von außen bedrohlich und furchteinflößend wirken, wenn man jedoch das Prinzip versteht, erhellt das die Sache.

Schwarzer Schamanismus ist eine Richtung innerhalb schamanischer Old-School-Traditionen. Es ist keine schwarze Magie, obwohl man damit schwarze Magie betreiben, diese aber auch brechen kann. Es kommt auf den Menschen an, wie er sie anwendet. Mit einem Messer kann man verletzen oder einfach nur ein Brot schneiden.

Traditioneller schwarzer Schamanismus arbeitet mit dem archaischen Prinzip: Furchteinflößendes vertreibt Bedrohliches. Dieses Prinzip findet sich auch bei den Perchtenläufen in den Alpen, wo ursprünglich die Wintergeister durch furchteinflößende Masken ausgetrieben wurden. Also eine Art Landschaftsexorzismus. Dasselbe Prinzip findet sich in der Bön-Tradition, den tibetischen Maskentänzen und eben auch in den klassischen sibirischen Schamanentraditionen.

Das Ganze basiert auf einer völlig anderen Weltanschauung als der christlichen bzw. der abrahamitischen im Allgemeinen. In der schamanischen Kosmologie gibt es keine Trennung in Himmel und Hölle, Gut und Böse im absoluten Sinn. Es gibt immer viele Nuancen dazwischen, und viele Gesetzmäßigkeiten spielen hier mit hinein.

Es gibt also nicht den Kampf von Licht gegen Dunkelheit, bei dem dann eines Tages, nach einer Apokalypse, das Licht siegt und ein neues goldenes Zeitalter eintritt, so wie es die abrahamitischen Religionen lehren. Animismus ist kein apokalyptischer Endzeitkult und schon gar kein New Age, das ständig auf das goldene Zeitalter wartet. 

Es geht um die Arbeit an und in sich selber.

Licht und Dunkel, Ober- und Unterwelt sind zwei Seiten derselben Münze. Beide Seiten werden benötigt, beides hat seine Aufgabe, seinen Zweck – Tag sowie auch die Nacht. Auch die dunklen Geister und Krankheitsgeister haben ihren Zweck. Gerade durch sie wachsen wir. Daher wird ihnen im traditionellen Schamanismus auch Dankbarkeit entgegengebracht, genauso wie den Geistern der Oberwelt.

In der praktischen Arbeit nutzen vor allem die schwarzen Schamanen das oben erwähnte archaische Prinzip. Hier geht es darum, schädliche dunkle Geister, Muster, Ängste etc., die als Spirits wahrgenommen werden, anzuschauen, zu verwandeln oder, wenn nötig, zu vertreiben.

Schwarze Schamanen interagieren daher vor allem mit Unterweltgeistern, müssen aber auch eine starke Verbindung zur Oberwelt und Mittelwelt haben. Sie beschäftigen sich mit der Lösung tiefsitzender Muster, Ahnenprogrammen, dem Brechen von Flüchen, Totenarbeit und so weiter.


Tibetischer Maskentanz
Tibetischer Maskentanz
Schiachperchten, Pongau, Österreich
Schiachperchten, Pongau, Österreich
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